Steffen Flath: Sitzenbleiben soll zur Ausnahme werden

Lerncamps machen Schüler fit für die nächste Klasse

Netzwerk aus Pädagogen hilft Schülern nach Camp-Besuch

Erstmalig unterstützt Sachsen versetzungsgefährdete Schüler während der Winterferien in speziellen Lerncamps. “Die Camps sollen die Schüler für einen guten Schulabschluss motivieren und neue Bildungschancen eröffnen. Sitzenbleiben soll zur Ausnahme werden”, sagte Kultusminister Steffen Flath am Mittwoch vor Journalisten in Dresden. Das Angebot nutzen zunächst 100 Mittelschüler der achten Klassenstufe aus den Regionen Bautzen und Chemnitz. Die zwei Camps finden auf der Burg Hohnstein und Papstdorf (beide Landkreis Sächsische Schweiz) statt. Durchgeführt werden die Feriencamps in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und finanziert mit Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds sowie des Landes. Im kommenden Jahr soll das Angebot auf ganz Sachsen ausgedehnt werden. Vier bis fünf Lerncamps sind geplant. Auch Gymnasiasten und Förderschülern soll das Angebot gemacht werden.

In den Camps fördern Pädagogen die Schüler in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch und vermitteln ihnen neue Lernstrategien. Außerdem haben die Schüler die Möglichkeit, sich zum Beispiel in Theater- oder Musikprojekten zu betätigen. Daneben wird es vielfältige Freizeitangebote geben. Pro Camp stehen den jeweils 50 Schülern neben den Campleitern sechs Lehrer, sechs Diplomsozialpädagogen und sechs Jugendleiter zur Verfügung.

„Die Teams in den Camps holen die Jugendlichen bei dem ab, was sie gut können und gern machen. Sie stärken ihre Stärken und motivieren sie so, sich auch bei dem anzustrengen, was sie nicht gut können.”, so erklärt Dr. Anja Durdel die Philosophie der Camps.

Ähnliche Angebote gab es bislang nur in Hessen und Berlin. Neu ist, dass in Sachsen Campbegleitungsteams aus Lehrern und Sozialpädagogen die Schüler nach ihrer Rückkehr an die Schule weiter begleiten. So werden zum Beispiel zwischen den Pädagogenteams und den Schülern Bildungsvereinbarungen geschlossen und Entwicklungspläne erstellt, die den Schülern einen guten Schulabschluss ermöglichen sollen. Aufgabe der Campbegleitungsteams ist es vor allem, jeden Schüler dabei zu unterstützen, die im Camp erarbeiteten Lernziele weiter zu verfolgen und Hilfe bei eventuellen Lernkrisen anzubieten. “Das Camp-Projekt ergänzt optimal unserer bisherigen Anstrengungen zur individuellen Förderung der Schüler”, sagte Flath. Die Kosten für die diesjährigen Schülercamps belaufen sich auf rund 300.000 Euro. Allein die Finanzierung der Campbegleitungsteams beansprucht etwa 200.000 Euro.

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministerium für Kultus vom 30. Januar 2008 / Staatsminister Steffen Flath MdL

Über Redaktion, David Decker

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