Steffen Flath MdL: Mehr Förderung für besonders begabte Schüler

Beratungsstelle zur Begabtenförderung eingerichtet – Flächendeckendes Grundschulnetz für besonders befähigte Schüler angestrebt

Sachsen baut die Förderung von besonders begabten Schülern aus. “Wir dürfen nicht nur auf die Schwachen und Förderbedürftigen schauen, sondern müssen auch für die Begabten optimale Förderbedingungen schaffen”, sagte Kultusminister Steffen Flath heute vor Journalisten in Dresden. Deshalb habe das Land eine Beratungsstelle zur Begabtenförderung eingerichtet. Darüber hinaus soll ein flächendeckendes Netz aus Grundschulen geschaffen werden, die in der Lage sind, besonders begabte Schüler optimal zu fördern. 64 Grundschulen sollen es insgesamt werden. “Wenn irgendwo in Sachsen ein Junge oder Mädchen eine besondere Begabung erkennen lässt, soll eine Grundschule, die sehr gut in der Lage ist das Kind zu fördern, nicht weit sein”, so Kultusminister Flath. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, schätzt man den Anteil von hoch- oder besonders begabten Schüler auf etwa zehn Prozent.

Unerkannte Begabungen führen nicht selten zu Problemen bei Schülern. Werden intellektuell besonders befähigte Schüler unterfordert, können sie Verhaltensstörungen entwickeln oder werden in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Das kann zu Depressionen und Selbstmordabsichten führen oder bis zur Schulverweigerung gehen.

Die Beratungsstelle soll Eltern, Schülern und Lehrern bei der Diagnose einer besonderen Begabung helfen. Und sie soll Eltern und Lehrer beraten, wie die Kinder am besten zu fördern sind. Die Einrichtung steht auch Schulen zur Verfügung, die sich auf dem Gebiet der Begabtenförderung entwickeln wollen. Sie soll ein Kontaktlehrernetz aufbauen und pflegen. Zudem soll die Beratungsstelle weiteres Personal für die fachkundige Beratung gewinnen und qualifizieren. Unterstützt wird sie von der Universität Leipzig und dem Landesgymnasium Sankt Afra.

In die Förderung von besonders begabten und hochbegabten Schülern hat Sachsen seit den 90er Jahren viel investiert. So war das Landesgymnasium Sankt Afra die erste staatlich getragene Bildungseinrichtung ihrer Art in Deutschland und galt als Vorbild für weitere Schulen. Darüber hinaus gibt es 22 Gymnasien mit vertiefter Ausbildung. Knapp sieben Prozent der sächsischen Gymnasiasten besuchen diese Schulen, die eine besondere Begabung entweder im mathematisch-naturwissenschaftlichen, sprachlichen, musischen oder sportlichen Bereich verlangen. Seit 2002 wurde ein Schulversuch für besonders begabte Grundschüler durchgeführt. Der Schulversuch wurde wissenschaftlich begleitet und endete im vergangenen Jahr. Der Abschlussbericht wird derzeit ausgewertet. Die Erfahrungen wurden bereits genutzt, um die Begabtenförderung an weiteren 14 Grundschulen zu entwickeln.

Mehr Informationen unter www.sachsen-macht-schule.de/begabtenfoerderung

 
Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministerium für Kultus vom 27. Februar 2008 / Staatsminister Steffen Flath MdL

 
Pressereaktionen:

Über Redaktion, David Decker

• Internetbeauftragter des CDU-Kreisverbandes Erzgebirge
• Stellvertretender Kreisvorsitzender der CDL-Erzgebirge
• Webredaktion CDA-Erzgebirge.de / FU-Erzgebirge.de / FU-Annaberg.de