Die Entwicklung unseres Schulsystems – Bildungsbericht 2008

Im Oktober hat die Staatsregierung den Bildungsbericht 2008 vorgelegt. Damit wurde einem Beschluss des Landtages von 2005 entsprochen, der festgelegt hat, dass in jeder Legislatur ein Bericht zur Lage und Entwicklungsstand unseres Schulsystems vorzulegen ist.

Die Sicherung der Qualität des Bildungswesens und dessen Weiterentwick-lung setzt Kenntnisse über die Situation und deren Veränderungsbedarf voraus. Systematische Beobachtungen von Bildungssystemen dienen dazu, Erkenntnisse über die Erfüllung der gestellten Anforderungen und die Bewältigung der Aufgaben zu gewinnen. Die über den Stand der Qualitäts-entwicklung gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend öffentlich zur Verfügung gestellt. Die so gewonnene Transparenz ermöglicht Diskussionen in der Öffentlichkeit und unterstützt damit die Qualitätsentwicklung auf allen Ebenen des Bildungssystems und in den Regionen des Landes. Eine regelmäßige und systematische Aufbereitung von Daten zur Beschaffenheit des Bildungswesens und seiner zentralen Prozesse dient der Qualitäts-sicherung und ermöglicht datengestützte Entscheidungen zur Weiterentwick-lung der Qualität.
Der vorliegende sächsische Bildungsbericht ist ein erster Schritt zu einer regelmäßig angelegten Berichterstattung. Er ist begrenzt auf den Ausschnitt der allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen. Die frühkindliche Erziehung und Bildung, die Hochschulen sowie die Weiterbildung und das Lernen im Erwachsenenalter werden nicht berücksichtigt.

Hier einige interessante Angaben aus dem Bildungsbericht:
– Im Schuljahr 2007/2008 gab es in Sachsen 1.792 Schulen, davon etwa 1.500 allgemeinbildende Schulen und fast 300 berufsbildende Schulen.
– Der Anteil der Schulen in freier Trägerschaft lag bei 18,9 %.
– Insgesamt lernten an sächsischen Schulen im Schuljahr 2007/2008 mehr als 468.000 Schüler. Seit dem Schuljahr 1992/1993 ist damit die Gesamtschülerzahl um 37 % gesunken.
– Der Anteil der Schüler an Schulen in freier Trägerschaft lag bei 12,5 %.
– Im Schuljahr 2007/2008 betrug der Anteil der Schüler mit Migrations-hintergrund an den allgemeinbildenden Schulen 3,7 %.
– Die Klassen an den Grundschulen und Gymnasien gehörten im Schuljahr 2007/2008 zu den kleinsten im Bundesvergleich.
– An sächsischen Schulen unterrichteten im Schuljahr 2007/2008 etwa 38.000 hauptberuflich tätige Lehrkräfte. Ihre Anzahl sank seit 1992/1993 um etwa 19 %.
– Das durchschnittliche Alter der Lehrkräfte in Sachsen lag im Schuljahr 2007/2008 bei 48,2 Jahren.
– Mehr als drei Viertel der hauptberuflich tätigen Lehrkräfte waren weiblich.
– 60 % aller allgemeinbildenden Schulen, darunter fast alle Grundschulen (Sachsen: 95,9 %, Bundesdurchschnitt: 29,1 %), boten den Schülern im Schuljahr 2007/2008 Ganztagsangebote in unterschiedlichen Organisationsformen an.
– Zum ersten Mal wurde im Schuljahr 2007/2008 im Rahmen der externen Evaluation an 100 repräsentativ ausgewählten öffentlichen Schulen (Grundschulen, Mittelschulen, Gymnasien) die Unterrichtsqualität bewertet.
– Ein Zusammenhang zwischen Unterrichtsqualität und Klassen- bzw. Jahrgangsstufe oder Klassengröße bzw. Schulgröße konnte im Rahmen der externen Evaluation nicht festgestellt werden.
– Am häufigsten wurde die Unterrichtsqualität an den evaluierten Schulen mit „eher hoch” bewertet.
– Der Landesmittelwert der Abiturdurchschnittsnoten an allgemein-bildenden Gymnasien lag im Schuljahr 2006/2007 bei 2,4 und an Beruflichen Gymnasien bei 2,5. Etwa ein Drittel (31,1 %) aller Schulabgänger der allgemeinbildenden Schulen erwarb im Schuljahr 2006/2007 die allgemeine Hochschulreife (im Vergleich: 23,8 % im Schuljahr2002/2003)
– Die Hälfte (50,3 %) aller Schulabgänger verließ im Schuljahr 2006/2007 die allgemeinbildenden Schulen mit einem Realschulabschluss. Ihr Anteil lag damit im bundesweiten Vergleich am höchsten.
– Der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss ist im Schuljahr 2006/2007 gegenüber den Vorjahren gesunken und betrug 8,7 % aller Schulabgänger der allgemeinbildenden Schulen (im Vergleich: 10 % im Schuljahr 2002/2003).
– An den berufsbildenden Schulen erwarben etwa zwei Drittel aller Schulabgänger einen berufsqualifizierenden Abschluss (43,0 % ein Abschlusszeugnis der Berufsschule und 24,3 % einen Abschluss der Berufsfachschule). Etwa jeder zehnte Schulabgänger (10,4 %) erwarb an der Fachoberschule oder am Beruflichen Gymnasium einen studien-qualifizierenden Abschluss.
– Am Ende des Schuljahres 2006/2007 erhielten mehr als die Hälfte (50,5%) aller Schüler der Klassenstufe 4 eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium; die Übergangsquote zum Gymnasium betrug 45,9 %.
– 1,5 % aller sächsischen Schüler der Klassenstufen 2 bis 10 wurden am Ende des Schuljahres 2006/2007 nicht versetzt. 2,1 % aller Schüler an allgemeinbildenden Schulen wiederholten im Schuljahr 2007/2008 eine Klassen- bzw. Jahrgangsstufe. Damit wies Sachsen im bundesweiten Vergleich die zweitniedrigste Wiederholungsquote auf.

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Quelle: Büro Thomas Colditz MdL