Regionaler Kirchentag Erzgebirge in Annaberg-Buchholz

kirche_01Annaberg-Buchholz. Mit einem großen Gottesdienst im Herzen der Altstadt fand der Regionale Kirchentag Erzgebirge am 10. Mai in Annaberg-Buchholz seinen Abschluss. Über 1.200 Sänger und rund 300 Musiker setzten den glanzvollen Schlusspunkt unter ein Fest, das nicht nur wegen seiner Größe, sondern vor allem wegen seines Inhalts den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird. In schwieriger Zeit erlebten Tausende Besucher auf dem Annaberger Markt, in Kirchen und zahlreichen Veranstaltungsorten ein großes Fest der Hoffnung. Das Motto des Kirchentages “Was wir geben können” wurde während der drei Tage in vielfältiger Weise deutlich. „Durch solche Veranstaltungen zeigen wir auch jenen Menschen, die nicht der Kirche angehören, wer wir sind und was wir geben können“, so der sächsische Landesbischof Jochen Bohl. Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise, angesichts solcher Ereignisse wie in Winnenden werde klar, dass Werte wie Solidarität und Verantwortung, Gerechtigkeit und Nächstenliebe sowie ein dienender Lebensstil unverzichtbar sind. „Wirtschaft und Geld müssen den Menschen dienen, nicht umgekehrt“, war eine Kernaussage des kirchlichen Wirtschaftsforums in Annaberg-Buchholz. Vor 60 Jahren sei ganz bewusst der Satz „In der Verantwortung vor Gott und den Menschen“ ins Grundgesetz der Bundesrepublik aufgenommen worden. „Wenn Gewinnmaximierung das einzige Ziel ist, dann wird es problematisch“, so Superintendent Klaus Michael Führer.

An 34 Veranstaltungsorten zeigten Gottesdienste, Sport und Musik, Workshops, Bibelarbeiten und Diskussionsforen, das Kirche der Gesellschaft viel zu geben hat. Rund 1000 Kinder erlebten in der Kinderkirche, dass sie geliebt, wertvoll und wichtig sind. Das Angebot für die Jugend umfasste neben einem Bandfestival auch Seminare zu Liebe, Partnerschaft und Verantwortung in der Gesellschaft.

Dass Bildung, Glaube und Pädagogik nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig ergänzen, machte ein Forum mit Vertretern des Sächsischen Kultusministeriums, der Schulen und der Landeskirche deutlich. Passend dazu präsentierten die christlichen Schulen der Region ihr Bildungsspektrum.

Eine zeitgemäße Message brachten Promis der christlichen Musikszene rüber. Zu ihnen zählten die Liedermacher Manfred Siebald und Siegfried Fietz sowie die Band „October Light“ aus Kroatien. Jeder Mensch ist etwas wert, jeder ist auch für Andere verantwortlich, waren dabei wesentliche Aussagen.
Dass Arbeit einen großen Wert hat, dass gemeinsam alles getan werden muss, um Arbeit zu schaffen und zu erhalten, machte eine Diskussionsrunde deutlich, an u.a. der Landrat Frank Vogel, der Leiter der Annaberger Agentur für Arbeit, Dr. Gerhard Rohde und der sächsische Landesbischof Jochen Bohl teilnahmen.

Pfarrer Karsten Loderstädt aus Annaberg-Buchholz: „Der Kirchentag zeigte, dass jeder etwas Gutes für den Anderen leisten kann“. „In der Herausforderung als Menschen zusammenstehen, aufbrechen, neue Wege gehen und Hoffnung in die Welt tragen, das ist unser Auftrag“, so der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel. Und Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch ergänzt: „Drei Tage lang wurden hoffnungsvolle Botschaften aus unserer Stadt in die Welt gesandt, was kann Annaberg-Buchholz Besseres passieren.“

Resümierend kann festgestellt werden: Die Intention des Kirchenfestes und sein Logo waren deckungsgleich: Bogen und Kreuz verbanden Regionen, Kirchen und Menschen und bunte Regenbogenfarben machten seine Vielfalt in wunderbarer Weise deutlich. Über eine Neuauflage des Regionaler Kirchentages Erzgebirge wird nachgedacht.

Sonderausstellung zur Reformation im Erzgebirgsmuseum
Im Rahmen des Kirchentages wurde am Freitag eine Sonderausstellung “Von Lehren und Lehrern” im Erzgebirgsmuseum eröffnet. Zahlreichen Exponate befassen sich dabei mit sächsischer Geschichte. Themen sind u.a. die Leipziger Teilung, die Reformation sowie der Bildung in der beginnenden Neuzeit. Zu sehen sind noch nie gezeigte Stücke aus dem 16. Jahrhundert, z. B. wertvolle Bücher und Dokumente aus dem Archiv der St. Annenkirche, Darstellungen Herzog Georgs und Friedrichs des Weisen, Grafiken sowie zahlreiche sakrale Gegenstände. Bis zum 30. August ist die Ausstellung täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

An der feierlichen Eröffnung nahmen unter anderem der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Baumann, nebst Gattin, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Sächsischen Landtag, Steffen Flath mit seiner Gattin, die CDU-Landtagsabgeordneten Uta Windisch, Thomas Colditz und Alexander Krauß, Landrat Frank Vogel  sowie der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag, Dr. Steffen Laub, teil.