Koalition will Vergabe von Medizin-Studienplätzen ändern

Um dem Rückgang der Hausärzte und dem Mangel an Allgemeinmedizinern im ländlichen Raum entgegenzuwirken wollen die Koalitionsfraktionen CDU und FDP die Vergabe von Medizin-Studienplätzen ändern. „Wir wollen die zentrale Vergabe von Studienplätzen in der Medizin abschaffen. Die Auswahl der Medizinstudenten soll künftig allein den Hochschulen überlassen werden. Dabei sollen die Unis nicht nur die Leistungsanforderungen an ein Medizinstudium berücksichtigen, sondern gezielt Studenten auswählen, die nach dem Abschluss des Studiums einen ärztlichen Beruf ergreifen wollen. Das überwiegend über die Abiturnote geprägte Auswahlverfahren ist in Frage zu stellen“, fordert Prof. Dr. Günther Schneider, wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Einen entsprechenden Antrag stellen CDU und FDP heute im Landtag zur Abstimmung. Schneider verwies dabei auf eine deutschlandweite Befragung von Medizinstudenten durch die Ruhr-Universität Bochum, wonach über 20 Prozent der Studenten eine Niederlassung als Arzt ausschließen und 38 Prozent sich eine patientenferne Tätigkeit vorstellen können. Derzeit ergreifen am Ende des Studiums etwa ein Fünftel der Absolventen keinen ärztlichen Beruf.

Auch die Inhalte des Medizinstudiums sollten verändert werden. „Die Allgemeinmedizin muss stärker in den Fokus der medizinischen Ausbildung. Die Studieninhalte müssen sich stärker am individuellen Patienten, an den Bedürfnissen der Bevölkerung und an dem Profil des Hausarztes orientieren. Es gelingt nur eine ausgewogene Facharztausbildung zu sichern und den Facharzt für Allgemeinmedizin wieder attraktiver zu machen, wenn in den Fakultäten diese Facharztausbildung ihre feste Implementierung findet“, fordert Karin Strempel, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.