Böhmisch-Sächsische Tourismusregion NEUE QUALITÄT

Auftakt in Usti nad Labem. Foto: Chris Bergau

Auftakt in Usti nad Labem. Foto: Chris Bergau

Usti nad Labem. Der Bezirk Ustecky kraj in der Tschechischen Republik, realisiert zusammen mit dem Tourismusverband Erzgebirge e.V. das Projekt „Böhmisch-Sächsische Tourismusregion NEUE QUALITÄT“. Ziel dieses Projektes ist die gemeinsame, grenzüberschreitende Vermarktung des böhmischen und sächsischen Erzgebirges.

Am 29. März wurde in Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) der Startschuss, in Form einer Auftaktveranstaltung, für das gemeinsame Projekt gegeben. MdL Uta Windisch richtete in ihrer Funktion als Tourismuspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag ein Grußwort an die Gäste.

„Ziel ist, grenzüberschreitend zwischen Sachsen und Böhmen das Erzgebirge als starke touristische Marke zu entwickeln, die nach einer gemeinsamen Strategie national und international vermarktet werden kann“, so Uta Windisch. Nur wenn man den Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor verstehe, könne man dessen großen Beitrag zur Sicherung von Arbeit und Einkommen der Menschen im Erzgebirgsraum beiderseits der Grenze würdigen. Diese Arbeitsplätze seien ortsfest und nicht exportierbar, wie mancher Industriearbeitsplatz, betonte Uta Windisch.

Im gemeinsamen Projekt soll es vor allem darum gehen, das Erzgebirge auf deutscher und auf tschechischer Seite als eine Tourismusregion dem Gast anzubieten. Verwaltungs- und Landesgrenzen sollen fließend werden.

„Aus meiner Sicht ist es besonders wichtig, dass man sich auf eine einheitliche Beschilderung einigt, wie es in vielen anderen Regionen, beispielsweise in der Grenzregion zwischen Österreich und Deutschland, längst Standard ist. Eine große Herausforderung sehe ich auch in der Überwindung der Sprachprobleme. Hier ist in erster Linie die deutsche Seite gefragt, denn die Angebote auf Tschechisch lassen noch sehr zu wünschen übrig“, so Uta Windisch.

Dass eine engere Zusammenarbeit wünschenswert und notwendig ist, steht außer Frage, jetzt gilt es, das Projekt mit Leben zu erfüllen. In ersten Schritten soll eine einheitliche Marke entwickelt, eine Kommunikationsstrategie vorgestellt und eine interaktive Homepage gestaltet werden. Als mittelfristige Ziele hat man sich die Erhöhung der Besucherzahlen und Übernachtungen auf die Fahne geschrieben. Vor allem auf böhmischer Seite ist schnelles Handeln gefragt. Lagen die Besucherzahlen im Ustecky kraj um Jahr 2001 bei noch bei rund 500.000 pro Jahr, sind sie bis 2010 auf unter 300.000 pro Jahr eingebrochen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Übernachtungszahlen. Diese gingen vom Jahr 2001 bei 1.600.000 bis 2010 bei 900.000 stetig nach unten. Im Erzgebirge hingegen konnten beide Kennziffern im gleichen Zeitraum kontinuierlich erhöht werden. 2010 verfehlte man die 3 Millionen Übernachtungen nur knapp.

Die Auftaktveranstaltung an der Elbe war der erste Schritt auf einem langen Weg zu einer gemeinsamen Tourismusregion auf deutscher und tschechischer Seite.