CDU-Fraktion beschließt Maßnahmenplan zur Sicherung des Lehrkräftebedarfs

Thomas Colidtz MdL (Aue)

Thomas Colidtz MdL (Aue)

Cottbus/ Dresden. Die CDU-Landtagsfraktion hat am 14. Juli 2011 auf ihrer Klausurtagung in Cottbus eine langfristige Strategie zur Sicherung des künftigen Lehrerbedarfs in Sachsen beschlossen. In dem Positionspapier einigten sich die Abgeordneten auf elf Grundlagen und Maßnahmen zur Sicherung und Stärkung des Bildungsstandortes Sachsen. Kern des Programms ist die Ausstattung von Sachsens Schulen mit ausreichend Lehrpersonal.

„Die Finanz- und Bildungspolitiker der CDU-Fraktion haben mit dem Maßnahmenplan eine gute Grundlage für die Qualität und Sicherheit der Bildung in Sachsen vorgelegt. Das Konzept gibt den Lehrern, Eltern und Schülern die notwendige Planungssicherheit für die nächsten Jahrzehnte. Jetzt ist es wichtig, dass sich die Staatsministerien für Kultus und Finanzen möglichst schnell auf eine verbindliche Regelung verständigen. Die CDU-Fraktion wird diesen Prozess genau begleiten und wenn nötig forcieren, um eine zeitnahe Lösung herbeizuführen. Spätestens zum Schuljahr 2012/13 müssen wir in Sachsen genügend Referendare haben, um den wachsenden Lehrerbedarf und damit eine erfolgreiche Zukunft des Freistaates abzusichern. Außerdem muss jedes Jahr ein bedarfsgerechter Einstellungskorridor für Junglehrer vorgehalten werden, der die Altersabgänge der jetzigen Kollegen berücksichtigt“, sagte der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Thomas Colditz.

Sachsens Schullandschaft steht in den kommenden Jahren vor große personelle Herausforderungen. Bis 2020 gehen rund 8 000 der jetzt aktiven Lehrer in den Ruhestand. Zwischen 2020 und 2030 werden weitere 14 000 Lehrer altersbedingt aus dem Schuldienst ausscheiden. Das sind 73 Prozent der derzeit in Sachsen beschäftigten Pädagogen. Grundlagen und Maßnahmen zur Sicherung und Stärkung des Bildungsstandortes Sachsen:

  1. Die CDU-Fraktion hat sich bei der Gestaltung des Schulgesetzes sehr bewusst für ein engmaschiges Schulnetz und eine qualitativ hochwertige Schule entschieden und bekennt sich auch weiterhin dazu. Das Schulgesetz bleibt deshalb in seinen Eckpunkten unverändert bestehen.
  2. Aus Gründen der demographischen Vorsorge werden im Jahr 2011 insgesamt 250 zusätzliche Lehramtsreferendarstellen geschaffen. Für das Jahr 2012 erhöht sich die Anzahl um zusätzlich 573 Referendare. In den folgenden Jahren wird eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Lehramtsreferendarstellen garantiert.
  3. Zur Ermittlung des jährlichen Bedarfs an Lehrern, insbesondere in Mangelfächern, erfolgt ein Datenabgleich mit dem SMK und SMF. Bis zum 30.10.2011 ist die juristische und finanzpolitische Prüfung von Möglichkeiten für die Gestaltung eines Generationenvertrages mit dem Ziel des Aufbaues einer zukunftsorientierten Altersstruktur der sächsischen Lehrerschaft vorzulegen.
  4. Die Kultusverwaltung erarbeitet eine Konzeption für eine Qualifikationsoffensive zur berufsbegleitenden Weiterbildung in Mangelfächern, sowie für ein Seiteneinsteigerprogramm für Bewerber in berufsverwandten bzw. naturwissenschaftlichen Abschlüssen (u.a. Naturwissenschaften, Sprachen, Informatik und Sport). Dieses Programm soll Bestandteil einer Offensive zur Lehrergewinnung werden.
  5. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (Inklusion) wird intensivere und stärkere Beachtung im sächsischen Schulsystem erfahren.
  6. Die verantwortlichen Ministerien stellen die Anzahl der Lehrerstellen/Lehrkräfte dar, die abgeordnet sind, sowie die, die nicht im aktiven Schuldienst tätig sind.
  7. Um eine Reform des Lehramtsstudiums umzusetzen sind schulartenbezogene Modelle von pädagogischen Ausbildungszentren/pädagogische Hochschule konkret zu prüfen und Vorschläge der Umsetzung zu unterbreiten.
  8. Es ist eine Intensivierung und frühzeitige Werbung bei Abiturienten und Schülern für das Lehramtsstudium, unter Beachtung von Studienorientierung auf Mangelfächer, sicher zu stellen. Dazu ist rechtlich zu prüfen, in welcher Form leistungs- und zielorientierten Vorverträge vor Aufnahme des entsprechenden Studiums abgeschlossen werden können.
  9. Es ist rechtlich zu prüfen, in welcher Form leistungs- und zielorientierten Vorverträgen vor Aufnahme des entsprechenden Studiums abgeschlossen werden können.
  10. Es sind intensive Werbeaktionen in anderen Bundesländern für das Studium in Sachsen zu führen und für die Tätigkeit als Lehrer an sächsischen Schulen zu werben.
  11. Die Staatsregierung wird beauftragt bis Ende 2011 konkrete Maßnahmen zu benennen, die zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen führen.