CDU-Ortsverband Geyer lädt ein: Führung durch Schloss Hoheneck und Zeitzeugengespräch mit DDR-Moderatorin und Hoheneckinsassin Edda Schönherz

Ehemaliges Frauengefängnis Hoheneck. Foto: Benjamin Brunner

Ehemaliges Frauengefängnis Hoheneck. Foto: Benjamin Brunner

Die enorme Ausstrahlung von Schloss Hoheneck zieht Menschen aus aller Welt in ihren Bann. 40 Jahre lang war das Schloss Hoheneck das zentrale und größte Frauengefängnis der ehemaligen DDR. Ein Monster mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozäunen, aus dem keinem die Flucht gelang.

Im Jahr 1950 wurden durch sowjetische Militärtribunale 1119 Frauen aus Bautzen und Sachsenhausen nach Hoheneck verlagert. Das Zuchthaus war für 600 Häftlinge ausgelegt und somit zum ersten Mal durch die DDR überbelegt. Das Schloss wurde zu einem Gefängnis für aus politischen Gründen inhaftierte Frauen. Die in Hoheneck geborenen Kinder der Frauen waren „Kinder der Landesregierung“ und aus diesem Grund Eigentum der DDR. Nur die wenigsten überlebten die Haft, die anderen wurden nach wenigen Wochen ihren Müttern entrissen und wuchsen fortan in den Kinderheimen des sozialistischen Regimes auf.

Um im 23. Jahr der friedlichen Revolution die Gräueltaten der DDR nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, lädt der CDU Ortsverband Geyer zum Besuch mit Führung durch Schloss Hoheneck mit anschließendem Zeitzeugengespräch der früheren DDR-Moderatorin und Hoheneck-Insassin Edda Schönherz herzlich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein.

Führung Schoss Hoheneck Stollberg
am 07. September 2012, 17.00 Uhr – Treff vor dem Schloss
im Anschluss daran  Gespräch mit Frau Edda Schönherz
ca. 19.30 Uhr Brauereigasthof Zwönitz, Grünhainer Straße 15

Frau Schönherz galt lange Zeit als Aushängeschild des SED-Regimes, doch sie wollte gemeinsam mit ihren zwei Kindern das Land verlassen. Während des Urlaubaufenthaltes in Budapest im August 1974 hatte sie sich in den Botschaften der BRD und Vereinigten Staaten von Amerika über Ausreisemöglichkeiten erkundigt. Knapp eine Woche später, zurück in Ost-Berlin, wurde sie durch das Ministerium für Staatssicherheit festgenommen und im Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen inhaftiert.

Im Dezember des gleichen Jahres wurde sie „im Namen des Volkes“ zu drei Jahren Zuchthaus wegen „staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme, Vorbereitung zum illegalen Verlassen der DDR im besonders schweren Fall“ verurteilt und in Hoheneck eingeliefert.