Das Erzgebirge ist auf gutem Weg zur “Erlebnisheimat”

Tourismustag in Annaberg-Buchholz. Foto: Chris Bergau

Tourismustag in Annaberg-Buchholz. Foto: Chris Bergau

Annaberg-Buchholz, 11. September: Das lange überfällige Zusammenrücken der regionalen Tourismusakteure des Erzgebirges nimmt Fahrt auf. Gleichzeitig gewinnt die Arbeit der Geschäftsstelle des Tourismusverbandes Erzgebirge immer mehr Professionalität, um sich mit den nationalen und internationalen Wettbewerbern messen zu können. Nicht zuletzt hat das “Zukunftsprojekt Destinationsentwicklung”, das durch den Landestourismusverband Sachsen initiiert und aus dem Haushalt des Freistaates Sachsen finanziert wurde, die Weichen  in Richtung Zukunft richtig gestellt. Die CDU-Tourismusexpertin Uta Windisch freut sich, dass ihre Initiative im vorherigen Doppelhaushalt nun auch sichtbare Früchte trägt. “Der Tourismusverband Erzgebirge hat die Zeichen der Zeit erkannt und in den letzten Monaten viel Zeit investiert, um die Kräfte zu bündeln, wie es ja auch die Tourismusstrategie 2020 des Freistaates Sachsen vorsieht”, so Uta Windisch. Es betrübe sie allerdings, dass die Tourismusregion Zwickau einen gegenläufigen Weg gehe, bedauert die Abgeordnete.

Mit steigenden Übernachtungs- und Buchungszahlen, positiver Endkunden-Resonanz auf die neuen Publikationen, zunehmender Anzahl an Partnern, enorm gestiegener Presseresonanz, konnte der Tourismusverband Erzgebirge e.V. auf dem Tourismustag 2012 in der Festhalle in Annaberg-Buchholz gut ein Jahr nach Einführung der neuen Dachmarke „Erlebnisheimat Erzgebirge“ und der entsprechenden Marketingstrategie eine erfolgreiche erste Bilanz ziehen.

Vor rund 200 Mitgliedern, Partnern, Leistungsträgern sowie Multiplikatoren und Tourismusexperten, unter ihnen die CDU-Tourismusexpertin Uta Windisch, ihr Landtagskollege Prof. Dr. Günther Schneider, LTV-Verbandsdirektor Manfred Böhme, sowie zahlreiche Bürgermeister und Bürgermeisterinnen des Erzgebirgskreises, stellt der Verband zudem das Thema „Zukunft“ in den Mittelpunkt und blickt voraus auf die künftige Umsetzung des weiter fortgeschrittenen Neustrukturierungsprozesses „Destinationsentwicklung Erzgebirge“.

So gab die neue Kooperationsbroschüre Partnern einen Überblick der Marketing- und Kommunikationsschwerpunkte des Tourismusverbandes für das Jahr 2013. Darüber hinaus wurde im Rahmen des Tourismustages ein innovatives Partnerprojekt für die Tourismusregion Erzgebirge näher vorgestellt, die Implementierung einer einheitlichen Kartentechnologie für das gesamte Erzgebirge durch die Alpstein Tourismus GmbH.

Ebenso als zukunftsträchtig erwiesen haben sich fünf touris-tische Einrichtungen bzw. Beherbergungsbetriebe, die auf dem Tourismustag für hervorragende Service-Qualität ausgezeichnet oder im Rahmen der Deutschen Hotelklassifizierung zertifiziert werden konnten. Und nicht zuletzt einen langfristigen Blick in die Zukunft wagt der Verband mit Hilfe seines hochkarätigen Referenten, des Wiener Zukunftsforschers Andreas Reiter, der über Trends im Tourismus sowie die Sehnsüchte und Wünsche der Gäste von morgen sprach.

Erste Erfolgsbilanz für die neue Dachmarke

„Die Einführung der neuen Dachmarke sowie die eingeleiteten, wegweisenden Veränderungen für den Tourismus im Erzgebirge erweisen sich für den Tourismusverband Erzgebirge als Schritte in die richtige Richtung“, schätzte Frank Vogel, Vorstands-vorsitzender des Verbandes und Landrat des Erzgebirgskreises ein. Die bisherigen Ergebnisse sind eine Erfolgsbilanz: So konnte von Januar bis Juni dieses Jahres ein weiterer Zuwachs bei den Übernachtungen von 4,4 Prozent verzeichnet werden. Auch die Buchungszahlen, speziell im Bereich Wandern ohne Gepäck, konnten von 2010 auf 2011 um 36 Prozent gesteigert werden. Die inhaltlich und optisch überarbeiteten Publikationen treffen auf positive Resonanz bei Endkunden, wie die Messung mit Hilfe von Fragebögen in allen neuen Broschüren beweist. Auch die Wahrnehmung in den Medien hat sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht: 2011 wurden Presseveröffentlichungen in einer Gesamtauflage von über 69 Millionen Medienexemplaren dokumentiert, im Vergleich zu 18 Millionen im Vorjahr 2010. Die Verkäufe der ErzgebirgsCard steigerten sich im Jahr 2011 um acht Prozent. Ebenso nahm die Zahl der Partner, die sich an den Marketingaktivitäten des Verbandes beteiligen wollen, zu und der Verband konnte neue Mitglieder gewinnen.

Verbandsvorsitzender Frank Vogel: „Es freut mich umso mehr, da unsere Neustrukturierung im Rahmen des Projekts ‘Destinationsentwicklung Erzgebirge‘ zügig voran schreitet und sich der positive Trend des Vorjahres auch im laufenden Jahr fortsetzt.“

Neu: Qualität als Top-Thema in der Kommunikation

Mit Blick auf die Neuausrichtung seiner Kommunikations-strategie setzt der Tourismusverband Erzgebirge ab 2013 vor allem überregional noch konsequenter auf das Thema Qualität. So sollen Aspekte wie Einzigartigkeit und Besonderheit der Angebote, Orientierung an den zukünftigen Zielgruppen des Erzgebirges, Klassifizierungen und Zertifizierungen, nationale Ausstrahlung und Vermarktbarkeit sowie Qualität des Außen-auftritts des Anbieters in der externen Kommunikation künftig noch stärker gewichtet werden. „Dass die Qualität des Angebots bei der Reiseentscheidung eines der ausschlag-gebenden Kriterien ist und generell zu den Haupttrends der touristischen Nachfrage in Deutschland zählt, beweisen aktuelle Studien“, so Veronika Hiebl, Geschäftsführerin des Verbandes.

Die Kommunikation basiert künftig auf drei Elementen: Dem neuen Internetauftritt, einem Haupt-Printwerbemittel, das Magazincharakter erhält, und der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit, wobei der Schwerpunkt auf der Verknüpfung zwischen Print und Internet liegt.

Ein weiteres Novum: Leistungsträger können sich künftig über Themen anstatt über Einträge in einzelnen Medien an der Bewerbung ihres Angebots auf dem Tourismusmarkt beteiligen. Dazu definiert der Tourismusverband  Erzgebirge verstärkt Schwerpunktthemen in seiner Kommunikation.

Zukunftsthema Qualität auch bei Leistungsträgern: Auszeichnung von fünf Einrichtungen der Region

Im Rahmen des Tourismustages 2012 wurden fünf touristische Einrichtungen bzw. Beherbergungsbetriebe in verschiedener Weise ausgezeichnet: Die Evangelisch-Lutherische Kirchge-meinde der St. Annenkirche Annaberg-Buchholz erhält als neu zertifizierte Einrichtung im Erzgebirge das Gütesiegel Service-Qualität Deutschland.

Die Beherbergungsbetriebe Hotel & Gästehaus Vierenstraße in Neudorf, Berghotel Greifensteine in Ehrenfriedersdorf, Hotel Goldener Helm in Lichtenstein sowie das Schlosshotel Purschenstein in Neuhausen wurden innerhalb des vergangenen Jahres erstmals im Rahmen der Deutschen Hotel-klassifizierung bewertet und ausgezeichnet. Das familiär geführte Hotel & Gästehaus Vierenstraße sowie das Berghotel Greifensteine erhalten jeweils eine 3-Sterne-Klassifizierung. Das Hotel „Goldener Helm“ genügt mit seiner 4-Sterne-Zertifi-zierung gehobenen Ansprüchen. Ebenfalls in dieser Kategorie wurde das Schlosshotel Purschenstein klassifiziert – historisches Ambiente verbindet sich in den einst verfallenen Schlossgebäuden heute wunderbar mit klassischer Moderne. Insgesamt sind damit aktuell 60 Hotels und neun Gasthäuser bzw. Pensionen im Erzgebirge klassifiziert. Die Deutsche Hotel-klassifizierung stellt Beherbergungsbetrieben ein bundesweit einheitliches Bewertungssystem zur Darstellung von Leistungs-angebot und Service zur Verfügung. Sie ist für Betreiber ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.