OMV Süd-West-Sachsen – Jahresrückblick 2012

Rückblick auf die Arbeit der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung (OMV) im ausklingenden Jahr 2012

Kai Hähner, OMV-Kreisvorsitzender Süd-West-Sachsen

Kai Hähner, OMV-Kreisvorsitzender Süd-West-Sachsen

Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges verbunden mit Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen liegen bereits über 60 Jahre zurück. Ist das weitere Bestehen der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung (OMV) als politischer Interessenvertreter aller Vertriebenen und Spätaussiedler innerhalb der Union nach einer solch langen Zeit überhaupt noch notwendig? Die Antwort ist ein klares Ja. Als einziger politischer Interessenvertreter der Vertriebenen und Spätaussiedler war die Arbeit der sächsischen OMV auch im ausklingenden Jahr 2012 sehr vielfältig. Viele Wahlversprechen der Landtags- und Bundestagswahlen des Jahres 2009 konnten bereits eingelöst werden. Seit vielen Jahren forderte die OMV die Ernennung eines Landesbeauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler. Diese Forderung konnte endlich umgesetzt werden. Unser stellvertretender OMV-Landesvorsitzender Adolf Braun ist seit Februar Referent für Vertriebenen- und Spätaussiedlerfragen in der sächsischen Staatskanzlei. Somit haben die Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen erstmalig einen direkten Ansprechpartner innerhalb der sächsischen Staatsregierung. Zu den Aufgaben von Adolf Braun gehört auch die Umsetzung des Ende vergangenen Jahres verabschiedeten Bundesgesetzes für Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und Berufsabschlüssen in sächsisches Landesrecht. Gerade Spätaussiedler warten hierauf seit Jahren. Ihnen wird dadurch eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt wesentlich vereinfacht.

Aber auch andere offene Fragen konnten durch die Mitwirkung der OMV in diesem Jahr erfolgreich bearbeitet werden. Vor über 10 Jahren ging der sächsische Landesverband des Bundes der Vertriebenen in die Insolvenz. Die Kulturarbeit der Verriebenen, die auch eine Wahrung deutscher Geschichte ist, konnte hierdurch nur eingeschränkt durchgeführt werden. Seit dem 9. November ist der neu gegründete Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen/Schlesische Lausitz e.V. vollwertiges Mitglied innerhalb des Bundes der Vertriebenen. Der alte insolvente BdV in Sachsen wurde aus dem Vereinsregister gelöscht. Vorsitzender des neuen Landesverbandes ist Frank Hirche. Er ist gleichzeitig vertriebenenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag und Mitglied des Landesvorstandes der OMV. Dies zeigt die enge Verzahnung zwischen vertriebenenpolitischer Arbeit auf Verbandsebene und der OMV in Sachsen.

Für viele Sudetendeutsche ist es unverständlich, dass in der Tschechischen Republik sowie in der Slowakei die so genannten Benes-Dekrete noch nicht vollständig aufgehoben worden. Menschenrechtsverletzende Gesetze sind auch in einem zusammenwachsenden Europa des 21. Jahrhunderts noch immer nationales Recht. Die sächsische OMV hat in diesem Jahr Initiativen begonnen, dieses Unrecht endlich zu überwinden. Wir werden hieran auch im nächsten Jahr aktiv weiterarbeiten. Weiterhin dafür einsetzen werden wir uns zugleich, dass die Geschichte von Flucht und Vertreibung in Folge des Zweiten Weltkrieges als verbindlicher Teil des Lehrplans an den Mittelschulen und Gymnasien im Freistaat Sachsen erklärt wird. Die sächsische OMV wird auch in den nächsten Jahren der Garant für die Wahrung der Interessen von Millionen Vertriebenen und Spätaussiedler bleiben.

—Kai Hähner, Kreisvorsitzender OMV Süd-West-Sachsen

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