Erfahrung 55+ – Mehrwert für Mensch und Wirtschaft

Uta Windisch, MdL, während ihrer Ausführungen. Foto: Chris Bergau

Uta Windisch, MdL, während ihrer Ausführungen. Foto: Chris Bergau

Am 4. März hatte die CDU-Landtagsfraktion zum seniorenpolitischen Forum „Altern.aktiv.los: Erfahrung 55+ – Mehrwert für Mensch und Wirtschaft“ nach Zwönitz eingeladen.

Es ist eine wirklich gute Botschaft: wir Sachsen werden immer älter und bleiben oft auch bis ins hohe Alter gesund. Gleichzeitig verzeichnet unsere Wirtschaft aufgrund der positiven ökonomischen Entwicklung einen stetig wachsenden Fachkräftebedarf. Der demografische Wandel lässt uns damit perspektivisch keine andere Wahl, als länger zu arbeiten. Aber: Welche Rahmenbedingungen fördern das Mitwirken älterer Menschen in unserer Arbeitswelt? Müssen sich Unternehmen radikal verändern? Wie bereitet sich die ältere Generation selbst auf die Herausforderung „Arbeit jenseits der Lebensmitte“ vor?

Zu diesen und anderen Fragen diskutieren Dr. Fabian Magerl, Gesundheitspolitiker der BARMER GEK, Winfried Peter, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, Annaberg-Buchholz, Dr. André Emmermacher, Personalleiter der Simens AG, Hannelore Dietzschold MdL, seniorenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Alexander Krauß MdL, sozial- und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und die heimische Wahlkreisabgeordnete des Sächsischen Landtages und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Uta Windisch.

Schon in ihrem Grußwort machte Uta Windisch deutlich, worauf es in Zukunft ankommen wird. “Die Lebensarbeitszeit steigt. Ab 2014 werden jährlich mehr Ältere aus dem Berufsleben ausscheiden, als Junge hinzukommen. Das stellt die Wirtschaft vor ganz neue Herausforderungen. Damit hat der Jugendwahn der `90er Jahre ein Ende, als überwiegend “20-jährige Arbeitnehmer mit 25 Jahren Berufserfahrung” gesucht wurden.  Die Unternehmer müssen umdenken, sich an neue Situationen auf dem Arbeitsmarkt anpassen. Heute sucht sich häufig nicht mehr das Unternehmen seine Mitarbeiter aus, sondern die Mitarbeiter ihr Unternehmen”, so Windisch.

Im Impulsreferat von Dr. Fabian Magerl von der BARMER GEK wurde deutlich, dass  die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern im Bezug auf jüngere kein Nachteil sein muss. Beispielsweise sind die Jüngeren zwar kürzer krank, dafür aber häufiger, Ältere kommen auf mehr Krankentage, dafür aber weitaus seltener. Weiterhin sprach Dr. Magerl die sogenannten “Volksleiden” an, die Älter wie auch schon Jüngere treffen. An erster Stelle stehen dabei Rückenprobleme. Hier soll in Zukunft vor allem mehr in die Prävention investiert werden. An zweiter Stelle sind es psychische Erkrankungen, die in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sind. Auf diesem Gebiet hat die Medizin erhebliche Fortschritte in den Behandlungsmethoden erzielen können.

Winfried Peter, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Annaberg-Buchholz, zeigte in seinem Referat auf, was auf die Region in naher Zukunft zu kommt. Beispielsweise wird es bis 2025 deutschlandweit über 6,5 Millionen Arbeitnehmer weniger geben. Ein großes Problem in der Region ist der Geburtenrückgang nach 1990. Das machen die Schulabgängerzahlen deutlich. Von 2002 bis heute haben sie sich im Erzgebirgskreis halbiert! Die Agentur für Arbeit wird weiterhin in der Region ihrer Rolle als Vermittler zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gerecht, vor allem in Bezug auf ältere Arbeitnehmer. Man wir in Zukunft mit den Arbeitgebern noch intensiver sprechen, was bei der Einstellung älterer Arbeitnehmer zu beachten ist, in erster Linie gilt es Vorurteile aufzuheben. Für ältere Arbeitnehmer bietet die Agentur Weiterbildung an. Der Vermittlungserfolg von 80 Prozent nach einer Weiterbildung gibt dieser Maßnahme recht.

Dr. André Emmermacher, Personalleiter der Simens AG, zeigte auf, wie sich der Großkonzern mit dem demographischen Wandel auseinandersetzt. Schon frühzeitig hat man begonnen, die Ist-Situation im Konzern zu analysieren und geeignete Maßnahmen zur Optimierung zu treffen. Dabei stehen die Gesundheit und die Gesunderhaltung der Arbeitnehmer im Mittelpunkt. Man muss mehr noch auf die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer eingehen, als dies bislang der Fall gewesen ist.

Die Veranstaltung endete mit einer Diskussionsrunde. Rege wurde dabei über Zukunftsfragen gesprochen, sowie Anregungen an Unternehmen, Politik und Gesellschaft gegeben.

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