Staatsminister Frank Kupfer in Burkhardtsdorf

Staatsminister Frank Kupfer testet die neue Wärmebildkamera. Foto: Chris Bergau

Staatsminister Frank Kupfer testet die neue Wärmebildkamera. Foto: Chris Bergau

Am 28. Februar besuchte Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer die Gemeinde Burkhardtsdorf. Begleitet wurde er von der heimischen Wahlkreisabgeordneten des Sächsischen Landtages, Uta Windisch, die auch stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde ist, und dem Burkhardtsdorf Bürgermeister Thomas Probst.

Erste Station war der Ortsteil Eibenberg. Dort hat es eine Bürgerinitative in mehrjähriger Kleinarbeit geschafft, dass der Ortsteil eine zentrale Abwasserentsorgung bekommt.

Rückblick: Im Februar 2009 hatte der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) ein Abwasserbeseitigungskonzept vorgestellt. Danach sollte das Abwasser in Eibenberg dezentral entsorgt werden. Dadurch hätte jedes Grundstück in Eigenverantwortung eine eigene vollbiologische Kläranlage bauen müssen. Damit waren aber die Eibenberger nicht einverstanden. Sie gründeten eine Bürgerinitative und erreichten es, die Mehrheit der Anlieger für die zentrale Abwasserentsorgung zu begeistern. Mittlerweile haben von 106 Grundstückseigentümer 102 einen Vertrag mit dem ZWW unterschrieben. Die Bauarbeiten werden also 2014 beginnen, 2016 soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein.

Minister Kupfer lobte ausdrücklich das Engagement der Eibenberger: „Was sie hier auf die Beine gestellt haben, hat Modellcharakter. Meistens gründen sich ganz schnell Bürgerinitiativen gegen etwas, bei ihnen ist das anders. Sie haben für etwas geworben und Erfolg gehabt.“

Im Anschluss an das Gespräch wurde dem Minister noch die neueste Anschaffung der Gemeinde Burkhardtsdorf vorgestellt, eine Wärmebildkamera. Dieses Gerät ist für die Bürger angeschafft worden. Viele Gebäude sind nicht ausreichend gedämmt, so dass Wäre entweichen kann. Mit einer Wärmebildkamera kann man diese Stellen sichtbar machen. Es gibt Firmen, die für viel Geld solche Untersuchungen an Häusern durchführen. Bürgermeister Thomas Probst will den Bürgern diese hohen Kosten sparen. Jeder soll die Möglichkeit haben, mit der Wärmebildkamera der Gemeinde sein Haus zu untersuchen. Weiterhin wird das Gerät auch bei der Freiwilligen Feuerwehr zum Einsatz kommen.

Anschließend wurde im Gemeinschaftszentrum Kemtau dem Minister das Projekt „Burkhardtsdorf 2050“ vorgestellt. Die Gemeindebeteiligt sich am Projekt EEA (European Energie Award). Bereits 2006 war Projektstart. In den Kernpunkten geht es um Ressourcen- und Umweltschutz, Energieeffizienz und -einsparung gemeinsam mit den Bürgern. Dazu sagte Uta Windisch: “Die Burkhardtsdorfer waren der Zeit voraus, bereits vor Ausrufen der Energiewende haben sie die richtigen Schlußfolgerungen in Sachen Energieeinsparung gezogen”.

Von 2006 bis heute wurden zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Beispielsweise wurden Energieverbräuche in öffentlichen Gebäuden erfasst, analysiert  und durch verschiedene Maßnahmen optimiert. So sind  z.B. die Grundschule in Meinersdorf auf Erdgas umgerüstet, die  Straßenbeleuchtungsschaltkästen saniert, bereits über 400 Leuchtpunkte der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet worden. Im vergangenen Jahr ist das Projekt “Nahwärmeversorgung mit kirchlicher Beteiligung” realisiert worden. Dadurch kann die Wärme der Biogasanlage zur Beheizung der Schulgebäude, des Rathauses und der Kirche genutzt werden. Gemeindepfarrer Thomas Enge ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es konnten bereits 20 Prozent Energie eingespart werden, verriet er während der Veranstaltung.

Für dieses Jahr ist unter anderem die weitere Umrüstung von über 180 Leuchtpunkten auf LED-Technik geplant, bis 2015 soll die komplette Straßenbeleuchtung umgebaut worden sein.

Das Energiesparen hat sich für die Gemeinde schon heute gelohnt. Von 2005 bis Ende 2012 konnten insgesamt über 327.000 Euro eingespart werden.

Der Minister zeigte sich von den Ergebnissen beeindruckt, gab aber allen mit auf den Weg, dass nicht nur die Gemeinde Energie sparen kann, sondern auch jeder privat. Aus diesem Grund verteilten Frank Kupfer und Thomas Probst zum Ende der Veranstaltung auch Energiemessgeräte an die anwesenden Gäste. Damit ist es möglich, den Energieverbrauch individuell zu messen und gegebenenfalls auf hohe Verbräuche zu reagieren.

„Sowohl das Treffen in Eibenberg, als auch die Veranstaltung hier in Kemtau haben gezeigt, dass Burkhardtsdorf auf einem guten Weg in Sachen Energieeinsparung ist. Die Bewahrung der Schöpfung ist unser aller Aufgabe, damit geht auch einher, dass wir mit Ressourcen vernünftig und sparsam umgehen. Immer wenn es in Dresden um vorbildliche Gemeinden in Sachen Energieeffizienz geht, fällt der Name Burkhardtsdorf, was auch mich persönlich ein wenig stolz macht“, so Uta Windisch.