Weitere Fördermittel für die Gedenkstätte Hoheneck zugesichert

Die ehemalige Haftanstalt Hoheneck. Foto: Chris Bergau

Die ehemalige Haftanstalt Hoheneck. Foto: Chris Bergau

Wie die hiesige Wahlkreisabgeordnete Uta Windisch mitteilte, rückt die Realisierung einer Gedenkstätte auf dem Gelände der ehemaligen Frauenhaftanstalt Hoheneck in greifbare Nähe. Eine würdige Gedenkstätte an historischem Ort ist für Landtagsabgeordnete Uta Windisch seit Jahren ein großes Anliegen. Deshalb habe sie auch den Förderverein „Gedenkstätte Stollberg Frauenhaftanstalt Hoheneck e.V“ mit aus der Taufe gehoben.

„Geschichtsbücher und –unterricht können nicht ausreichend vermitteln, was ein totalitärer Staat, wie es die DDR war, mit Menschen, die nicht systemkonform waren, anrichten konnte. Gerade für die junge Generation, die in Freiheit aufwächst, ist es wichtig, an authentischem Ort und von Zeitzeugen zu erfahren, welchen Menschenrechtsverletzungen, Demütigungen sowie physischer und psychischer Gewalt gerade politische Häftlinge ausgesetzt waren. Das alles konnte in unserer unmittelbaren Nachbarschaft geschehen. Stollberg muss sich auch diesem Teil seiner Geschichte stellen“, so die CDU-Abgeordnete.

Nachdem es in diesem Sommer zu Irritationen hinsichtlich eines zeitnahen finanziellen Engagements der Stadt Stollberg für dieses Vorhaben gekommen war (Stollberg wollte zunächst nur die Eigenmittel zur Ko-Finanzierung der Mitmach-Ausstellung Phänomenia bereitstellen), habe sie sich nochmals in einem Schreiben an die Staatregierung gewandt und um weitere finanzielle Unterstützung für die Gedenkstätte über die schon hohe Förderung aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost hinaus gebeten (2/3 der Sanierungskosten übernimmt der Freistaat, 1/3 hat die Stadt Stollberg an Eigenmitteln aufzubringen, der Südflügel – ehemaliges Zellenhaus- wird aus sogenannten Sicherungsmitteln zu 100% gefördert ).

Darüber hinaus hatte die Abgeordnete Anfang September zu einem Spitzengespräch zwischen den 3 Ressortministern Innenminister Marcus Ulbig, Finanzminister Prof. Georg Unland sowie Wissenschaftsministerin Frau Prof. von Schorlemer geladen. Sie hatte alle 3 Ressorts aufgefordert, nach zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen, die die Errichtung und den Betrieb der Gedenkstätte sichern helfen.

Diese Mittel reduzieren den Eigenanteil der Stadt Stollberg für die Gedenkstätte weiter. Der Freistaat Sachsen stellt bereits 600 T€ aus dem Stadtumbau-Ost-Programm für die Sanierung des Westflügels, in den die Gedenkstätte einziehen soll, als Fördermittel zur Verfügung. Nunmehr hat mir der Finanzminister in einem Schreiben zugesichert, dass das SMF zu den verbleibenden rund 300 T€ Eigenmittel der Stadt Stollberg weitere 130 T€ zuschießt. Im Ergebnis des Gespräches hat mir auch die Wissenschaftsministerin in Aussicht gestellt, dass sie sich um weitere Fördermöglichkeiten für die Gedenkstätte bemüht.

„Damit bleibt nur noch ein kleiner Rest für die Kassen der Stadt Stollberg“, sagt die Abgeordnete abschließend. „Das sollte die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte wert sein“.

Die Aufnahme der Gedenkstätte in das Sächsische Gedenkstättengesetz im vergangenen Jahr ist die Basis dafür, dass jährlich finanzielle Mittel auch für den Betrieb der Gedenkstätte und für Forschungsarbeiten bereitgestellt werden können.