Rechtsextreme Szene im Erzgebirge schmilzt – Dennoch mehr Straftaten

Nach Ansicht des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz verkleinert sich die rechtsextreme Szene im Erzgebirge. Laut dem aktuellen Verfassungsschutzbericht sind 200 bis 250 Personen im Landkreis dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen. „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das 50 weniger“, sagte CDU-Landtagsabgeordneter Alexander Krauß. Dennoch bleibe der Rechtsradikalismus für das Erzgebirge eine große Herausforderung. „Am gefährlichsten ist die NPD, die sich gern einmal den Schafspelz überstreift“, so der Christdemokrat.

Die rechtsextreme NPD verliert laut Verfassungsschutz an Bedeutung: Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr im Erzgebirge büßte sie sechs Mandate ein. Die Partei versuche sich volkstümlich zu geben und bürgerliche Schichten zu erreichen.

Im vergangenen Jahr registrierten die Behörden 143 rechtsextreme Straftaten im Landkreis – 49 mehr als im Vorjahr. Darunter waren drei Gewalttaten. „Gerade die Zunahme der Gewalttaten zeigt, dass man vor dem Rechtsextremismus die Augen nicht verschließen darf“, sagte Krauß. Über Musikkonzerte und Sportveranstaltungen versuchten die Rechtsextremisten Nachwuchs zu ködern.