Fachkräfteallianz fürs Erzgebirge nötig

In Frauen schlummere das größte Potential, dass Unternehmen zur Sicherung ihres Fachkräftebedarfs nutzen sollten, erklärte Alexander Krauß, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, am Mittwoch zur Plenumssitzung in Dresden. „Viele Frauen wollen nicht nur in Teilzeit arbeiten“, sagte Krauß. Außerdem würden sie häufig vom beruflichen Aufstieg ausgenommen, wenn sie sich für Kinder entschieden. Frauen mit Kindern würden von einigen Arbeitgebern noch immer wie ein beinamputierter Dachdecker behandelt – denen man die Arbeit nicht zutraue. „Die sächsische Wirtschaft kann es sich nicht leisten, auf weibliche Leistungsträger zu verzichten“, so der CDU-Politiker.

In den nächsten 14 Jahren verringere sich die arbeitsfähige Bevölkerung um bis zu 400.000 Menschen. „Selbst wenn jeder Arbeitslose einen Job bekäme, könnten wir diese Lücke nicht schließen“, sagte Krauß. In Sachsen seien derzeit 175.000 Menschen arbeitslos. Mit der Fachkräfteallianz Sachsen sollen alle Akteure an einem Strick ziehen – und mit guten Ideen helfen, die Fachkräftelücke zu schließen. In den kommenden vier Jahren stellt der Freistaat Sachsen 22 Mio. Euro für regionale Projekte bereit. Auch im Erzgebirgskreis sollten Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kammern und Kommunalpolitik Ideen entwickeln, wie der Fachkräftebedarf gedeckt werden kann.