Großer Arztbedarf in Marienberg

Schwarzenberg. Im Raum Marienberg ist jeder zweite Arzt über 59 Jahre alt. Dies geht aus dem Gutachten zum Versorgungs- und Arztbedarf in Sachsen hervor, das am Mittwoch in Dresden vorgestellt wurde. „Die Studie zeigt, wo es regionalen Handlungsbedarf gibt“, sagte CDU-Gesundheitspolitiker Alexander Krauß. Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung müsse für Kassenärztliche Vereinigung, Krankenkassen und Politik höchste Priorität erhalten. Werde nicht offensiv gegengesteuert, sei im Jahr 2030 die medizinische Versorgung im Erzgebirgskreis in einigen Fachrichtungen gefährdet, sagte Krauß.

Bei der hausärztlichen Versorgung gibt es laut Gutachten in den Altkreisen Annaberg-Buchholz und Marienberg verstärkten Handlungsbedarf. Den ehemaligen Mittleren Erzgebirgskreis zählen die Wissenschaftler zu den Bereichen in Sachsen „mit der geringsten zu erwartenden Niederlassungswahrscheinlichkeit“.

Doch auch für den fachärztlichen Bereich gebe das Gutachten wichtige Hinweise, sagte Krauß. Im Annaberger Raum werde die Versorgung mit niedergelassenen Hals-Nasen-Ohren-Ärzten zu einer Herausforderung, in Aue die mit Radiologen. Im Bereich Marienberg muss laut Studie ein besonderes Augenmerk auf die Nervenheilkunde und Augenärzte gelegt werden; im Altkreis Stollberg auf niedergelassene Chirurgen. Ein Nachteil des Gutachtens sei, dass die Versorgung durch Krankenhäuser nicht mit betrachtet worden sei, sagte Krauß. Dadurch könne man sich kein vollumfängliches Bild machen.

Das Gutachten hatte das sächsische Sozialministerium beim Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland beauftragt. Betrachtet wurden die niedergelassenen Ärzte – nicht die Versorgung durch Krankenhäuser.